Nach sechs Jahren war eine neue Gleitsichtbrille fällig. Nachdem bei der vorherigen Brille einer Kette mir der Name der Gläser nicht mitgeteilt wurde und die Gravur nicht standardisiert war(evtl Hoya Lifestyle 3 oder 3i Urban) wollte ich jetzt alles richtig machen und war bei einer sehr kleinen regionalen Kette mit guten Bewertungen. Meine Werte haben sich von +-0 mit einer Add. von 1,75 auf beidseits +0,25 und einer Add. von 2,25 verändert. PD 34.0 rechts und 34.5 links. Visus 1,2 bei 59 Jahren. Ich habe mich für Hoya Lifestyle 3i indoor entschieden. Die gläser sind 55*40mm, die Progressionslänge beträgt 14mm. Ich fühlte mich von einem erfahrenen Optiker sehr gut beraten. Die Werte wurden vom Optiker ohne Video-Zentriersytem manuell gemessen, er hätte damit sehr gute Erfahrungen. Natürlich habe ich mit einem Eingewöhnungseffekt gerechnet und würde der Brille daher die vorhergesagten 1 bis 3 Wochen Zeit geben. Habe vorgestern bekommen und neugierigerweise zuhause auf die Gravur gesehen(definitiv Lifestyle 3i Indoor). Hierbei ist mir aufgefallen, das die nasale Markierung beim rechten Glas niedriger war als links und die temporale höher. Auch ist die beim rechten Glas 2mm näher am nasalen Rand als die beim linken Glas. Verunsichert bin ich wieder zum Optiker. Das rechte Glas wurde um 2° gedreht und danach die Zentrierung erneut überprüft. Alles sei jetzt optimal. Zuhause habe ich erkannt, das die Rotation im rechten Glas deutlich besser, aber immer noch minimal vorhanden ist. Verunsichert bin ich logischerweise trotzdem noch. Der Unterschied im Abstand der Punkte zum Glas ist immer noch vorhanden. Ist das normal(evtl. durch Anpassung des Gestells an das Gesicht)?
Was kann ich von den Gläsern erwarten?
Bei einem Pixel 7 Pro Smartphone(6,7 Zoll, 75*160mm) sind bei 40cm Abstand die Namen(Weiss auf schwarzem Grund, knapp 2mm höhe) unter allen Appsymbolen richtig gut zu erkennen, bei 50cm beginnen die Unschärfen am Bildschirmrand und bei 60cm wirds schon sehr schwierig die Augen richtig zu positionieren um einen Teil des Bildschirms scharf zu bekommen. Meine fast nie getragene 100€ Ersatzbrille von A. mit den alten Werten ist bei 80cm Enfernung zum Smartphone besser als die Neue bei 60cm. Bei 100cm Entfernung bekomme ich noch an einem 14 Zoll Windows 11 Notebook das Datum(knapp 3mm hohe weiße Zahlen auf dunkelblauem Hintergrund 12mm länge, bei max. Lichtstärke), und nur das Datum, unten rechts bei 1920x1080 und Standardeinstellung gut lesbar(nicht maximal scharf), das schafft die A.-Brille nicht. Wenn ich bei meinem Laptop eine Excel Tabelle mit 18 Spalten und 40 Zeilen erstelle(Spaltenbreite 13mm, höhe 2mm, Schriftgröße 10, mit der Zeichenfolge "Hallo#12@-O" ausgefüllt) in 60cm betrachte komme ich mittig maximal so auf drei gut lesbare Spalten und fünf Zeilen, danach lässt die Schärfe deutlich nach. Verdecke ich dann ein Auge, ist in 9 von zehn Fällen der Schärfebereich eines Auges so ca. 2-3 Spalten entweder nach rechts oder nach links verschoben. Die einzeläugigen Bereiche sind auch etwas größer und schärfer als der beste binokuläre Bereich. Es ist extremst schwierig und nicht sicher reproduzierbar einen Punkt zu finden, an welchem die Bereiche deckungsgleich sind. Hat dies eine Aussagekraft?
Ich versuche die Brille die ganze Zeit zu tragen, kämpfe aber mit Ermüdung der Augen, Schaukeleffekten, Schwimmeffekten und leichtem Schwindelgefühl.
Könnt ihr mir meine Verunsicherung nehmen?
Ist der Sprung von 1,75 auf 2,25 ADD wirklich so heftig, oder sind meine Gläser evtl. immer noch nicht richtig zentriert?
Übernommen aus dem Archiv von Optometrie Online (Beitrag 8033) für den Probeaufbau.